Wofür wir einstehen – Transparenz, Verantwortung und Lösungsorientierung
Die Bürgerinitiative Oberammergau (B.I.O.) steht für eine sachorientierte, transparente und verantwortungsvolle Kommunalpolitik. Wir bringen uns konstruktiv ein – benennen aber ebenso klar Themen, bei denen wir Fehlentwicklungen sehen und Handlungsbedarf besteht. Bei großen Weichenstellungen müssen die Bürgerinnen und Bürger rechtzeitig informiert und beteiligt werden. Es geht um Gemeindeeigentum und um die Zukunft Oberammergaus.
Weiterführende Infos und Grundideen zu unserer gesamten Agenda findet ihr über diesen Link im Wahlprogramm.
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Feuerwehrwache – Standortfrage und Folgewirkungen
Die Sanierung der Feuerwehrwache am bisherigen Standort wurde nach eingehender Prüfung aller Fakten (u. a. Ausrückzeiten, Bedarfsanalyse, Kosten) bereits einstimmig beschlossen. Umso kritischer sehen wir den späteren Kurswechsel nach rund zwei Jahren Planung.
Die Mehrheitsentscheidung (CSU, Parteilose Wählergemeinschaft, Augenmaß, Bunte) bringt aus unserer Sicht folgende Probleme mit sich:
• Es fehlt ein belastbares Konzept für die weitere Nutzung des alten Gebäudes, obwohl der Sanierungsbedarf seit Langem bekannt ist.
• Eine Sicherheitswacht am Passionstheater kann zusätzlich nötig werden.
• Der neue Standort führt zu einem Verlust von Parkraum.
• Es bestehen Zweifel am Untergrund sowie an der Standortqualität.
• Eine zusätzliche Wohnraumschaffung, z. B. für unsere Feuerwehrleute, wird nicht mitbedacht.
• Zudem wird aus unserer Sicht ein frei zugänglicher Abschnitt des Ammerufers durch Bebauung beeinträchtigt.
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Tourismusorganisation „Ammergauer Alpen“ – effektiver, strategischer, messbarer
Der Zusammenschluss „Ammergauer Alpen“ muss nach unserer Auffassung grundlegend überprüft und deutlich effektiver aufgestellt werden – insbesondere in Bezug auf:
Ausrichtung und Strategie, Zielgruppen, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Mehrheitsstrukturen und Personalaufstellung.
Zwischen den Passionsspielen bleibt der Tourismus in Oberammergau trotz hervorragender Voraussetzungen zu häufig nur Mittelmaß: Passionsspiele, Schnitzhandwerk, Lüftlmalerei, Brauchtum, touristische Einrichtungen in intakter Kulturlandschaft sowie die Einbettung in drei Naturschutzgebiete sind starke Alleinstellungsmerkmale. Hinzu kommen das Kloster Ettal in der Nachbarschaft und Schloss Linderhof als international bekannte Attraktion. Dieses Potenzial muss strategischer genutzt werden.
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Spielleiterfrage 2030 – Verhandlungsspielraum der Gemeinde sichern
Der Spielleiter für 2030 ist bereits bestimmt, derzeit jedoch ohne Vertrag. In dieser Frage haben die Mehrheitsfraktionen (CSU, Augenmaß, Bunte) aus Sicht der B.I.O. die Verhandlungsposition der Gemeinde durch unglückliches und wenig standhaftes Vorgehen deutlich geschwächt.
Die B.I.O. hat sich bei der Passionsvorbereitung stets konstruktiv eingebracht, zugleich aber bei den Finanzen klar auf Risiken hingewiesen. Uns ist wichtig, die Aufgabenbereiche der Spielleitung eindeutig zu definieren und die Einhaltung dieser Zuständigkeiten konsequent zu kontrollieren.
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Passionsvorbereitung – Unabhängigkeit, klare Zuständigkeiten, finanzielle Verantwortung
Für die B.I.O. ist selbstverständlich: Ein Gemeinderatsmitglied sollte bei der Passion auf eine Haupt- bzw. Solistenrolle verzichten, um Befangenheit auszuschließen.
Wir kritisieren nicht das Künstlerische – über Besetzung oder Bühnenbild kann man diskutieren. Unser Schwerpunkt ist der verantwortungsvolle Umgang mit öffentlichen Mitteln:
• Der neue Gemeinderat muss den finanziellen Rahmen klar vorgeben und dabei den Gesamthaushalt im Blick behalten.
• In der Vergangenheit wurden Budgets teils großzügig inklusive Puffer angesetzt; eine wirksame Kontrolle war aus unserer Sicht nicht immer erkennbar. Der Finanzplan wurde dann mehrheitlich zu oft unkritisch akzeptiert.
• Viele Kostenpositionen (Sicherheitsdienst, Ton- und Lichttechnik, Verkehrskonzept, Bustransfer u. a.) sind Fremdleistungen und unterliegen der Marktentwicklung – gerade deshalb braucht es strenge Budgetdisziplin.
Wir sind überzeugt: Eine behutsame Weiterentwicklung der Passion ist möglich, ohne Qualitätseinbußen. Häufige Neuinszenierungen treiben die Kosten unnötig nach oben.
Ziel muss außerdem eine möglichst hohe Wertschöpfung im Ort sein. Aus Sicht der B.I.O. wirkt sich das „Nachtspiel“ hier eher nachteilig aus.
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Kultursommer – Kultur ja, aber mit klarer finanzieller Leitplanke
Der Kultursommer ist eine Bereicherung für das touristische Angebot. Gleichzeitig wird er durch eine Firma (Theater GmbH) mit fortlaufender gemeindlicher Mitfinanzierung getragen. Zuschüsse an Unternehmen müssen grundsätzlich kritisch hinterfragt werden – insbesondere, wenn Eigenproduktionen ohne Defizitübernahmen wiederholt nicht kostendeckend waren.
Unsere Position:
• Wenn die Haushaltslage angespannt ist, muss in allen Bereichen gespart werden – auch bei der Kultur.
• Qualität ist nicht gleichbedeutend mit hohen Budgets. Kreativität zeigt sich gerade im effizienten Mitteleinsatz.
• Kultur ist vielfältig. Einzelne Formate dürfen andere Aktivitäten nicht durch Termin- oder Ressourcenbindungen verdrängen.
• Im Vorfeld der Kommunalwahlen wurden die Verträge mit der Theater GmbH mehrheitlich – ohne B.I.O. – bis einschließlich 2028 verlängert. Das sehen wir kritisch.
Mit Blick auf 2027 (50 Jahre „Rosner Probe 1977“) erinnern wir daran, dass hochwertige Aufführungen auch mit großem freiwilligem Engagement und sehr überschaubaren finanziellen Mitteln möglich waren.
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Haushaltsdisziplin – Pflichtaufgaben zuerst, freiwillige Leistungen maßvoll
Bei angespannter Haushaltslage muss der Sparansatz überall gelten. Zuerst sind die Pflichtaufgaben zu sichern, insbesondere:
Kindergärten, Schule, Wasser/Kanal, Kläranlage, Straßen, Feuerwehr und Feuerwehrwache, Kreisumlage, Verwaltung, Meldewesen.
Freiwillige Leistungen stehen unter haushaltsrechtlichem Sparzwang. Dazu zählen unter anderem Kultur, die Tourismusorganisation „Ammergauer Alpen“ – aber auch der Betrieb eines öffentlichen Bades.
Gleichzeitig gilt: Vorhandene Einrichtungen und Werte dürfen nicht leichtfertig aufgegeben werden. Umso weniger ist für uns nachvollziehbar, dass ein funktionstüchtiges Bad per Mehrheitsbeschluss (CSU, Augenmaß, Bunte) ohne zukunftsfähiges Konzept stillgelegt und unverzüglich „ausgeschlachtet“ wurde. Realistisch betrachtet war Oberammergau noch nie so weit von einem vernünftigen Bad entfernt wie heute.
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Bürgerbeteiligung und Transparenz – Entscheidungen mit den Menschen, nicht über sie hinweg
Bei tiefgreifenden Veränderungen muss die Bürgerschaft frühzeitig informiert werden. Entscheidungen müssen nachvollziehbar sein, damit sie von den Bürgerinnen und Bürgern mitgetragen werden können. Letztlich geht es immer um Gemeindeeigentum – und um die Zukunft unserer Gemeinde.